| Bouillabaisse
(17.06.2004)
Es wird wohl im Jahre 2003 gewesen sein, als der Meier das
Erste mal mit seiner Fischsuppe oder besser seiner Bouillabaisse angefangen
hat. „A Buiabes´ mias ma jetz a amoi macha “ und kaum
vergehen 2 Jahre und wir hatten die ganze G`schicht in trockenen Tüchern.
Wobei ich glaub, dass wir mit der Verabredung selten so ein Gschiss hatten
wie dieses mal aber na ja....wern halt alt die Jungs....
So! Das allerwichtigste sind natürlich die Zutaten.
Wichtig ist, dass man nur das Allerbestertste kauft und keine Sekunde
auch nur dran denkt zu sparen.....
Das kann man hier in München eigentlich richtig nur beim Feinkosthandel
Hamberger, für den man gar nicht so leicht eine Karte kriegt oder
eben auf dem schönsten bunten Zauberland in der Mitte der Stadt,
mit seinen kleinen gedrungenen Standln, den Marktfrauen, dem Biergarten,
in dem man bei einer Maß sitzend gemütlich Touris bestaunen
kann und Preisen, , die sicher mehr als angemessen sind. Aber was solls.
Und weil’s eh schon wurscht ist muss man erst, also bevor man einkauft,
in der Bar Centrale einen Capuccino trinken und eines der besten Tiramisu`
der Stadt genießen. Das geht nachmittags noch, weil es da einfach
ein nette Bar ist und nicht der Spucker- und Möchtegernladen zu dem
er zur Abendzeit mutiert- wie im Übrigen jeder andere Laden in München
der bisschen was kann- auch. Ist halt ein besonderes Publikum. Aber das
ist ein anderes Thema.
Nach diesem gelungenen Beginn schlendert man dann an Pferde- und Wildmetzgereien,
lacht über die Nasen die glauben die Nordsee verkaufe Fisch und kauft
den Fisch dann beim Poseidon. Das Gemüse und die Gewürze bei
einer der sehr attraktiven und rosogen Marktfrauen. Man schnuppert und
merkt. Doch. Es liegt etwas französisches in der Luft an diesem Tag
. Es bleibt nur noch dem Meier und dem Nobsi zu danken, dass sie das Alles
auf sich genommen haben.
Fisch:
Generell kann man da alles reinhaun, nur vielleicht so fette Fische nicht
also kein Lachs z.B. Es ist ja eben im Grunde nix wie ein profaner Eintopf
hier für 5 Personen
1. 5 Jakobsmuscheln- von denen irgendeiner 2 gegessen hat,
weil ich keine gekriegt hab...
2. 400g Rascasse,
3. 400g Seeteufel,
4. 400g Heilbutt,
oder eben andere helle fettarme Seefische. Also kein Lachs oder Makrele
oder so.
5. Scampi und Garnelen nach Belieben. Wir hatten so 5 Garnelen und 10
Scampi. Hätte aber gern bisschen mehr sein dürfen ;-)
6. Fischabschnitte Die Reste der obigen Fische die Fischabschnitte mitnehmen!
Die braucht man für die Grundsuppe. Unbedingt fragen und sagen was
man machen will. Die gebens dann schon richtig. Nicht sparen
7. Ca 1,5 l Fischbrühe bzw. Fischfond
8. Wenn man’s ganz wichtig haben will kann man dann noch einen lebenden
Hummer (klein) kaufen und den dann vor allem anderen in kochendes Wasser
schmeißen. Mit Kopf voraus! (2 Minuten, soll roh bleiben, dann raus,
kaltes Wasser drüber, halbieren, Innereien raus, und dann genauso
damit verfahren wie mit den anderen Meeresfrüchten).. Allerdings
hätte das von uns wieder keiner hingekriegt („Schau wie nett
der Schnappt“) und ich hätte jetzt so ein blödes Vieh
in der Badewanne....wie soll ich mich denn da duschen?!?!?. Und ich hätte
Urlaub nur noch am Meer machen müssen, damit der Hummer auch was
davon hat. Kein Hummer.
Gemüse und so:
1. 1 Bund Suppengrün
2. Meeressalz
3. 1 gehäufter TL Pfefferkörner
4. 1 Flasche trockener Weisswein. Achtung hier keinen Fehler machen. Wenn
man Weisswein auch trinken will nicht vergessen die von der Trinkration
abzuziehen.
5. 100g Lauch
6. 2 Zwiebeln
7. Tomaten ca 5; Aber welche die schmecken. Also nix aus Holland und nix
was so aussieht als hielte es länger als 2 Tage. Tomaten in Deutschland-ein
trauriges Kapitel
8. Knoblauch so paar Zehen halt. !!!!Unbedingt frischen der schmeckt saugeil!!!!
9. Fenchel ca. ½
10. ½ Bund glatte Petersilie
11. Thymian
12. 1 Loorbeerblatt
13. 1 großes Stück getrocknete Orangenschale. wir hams ehrlich
gesagt vergessen Aber ob das jetzt so essentiell ist. Wenn mans hat schadets
sicher nicht.
14. ca. 200ml Olivenöl
15. Frischgemahlenen (am besten weißen) Pfeffer
16. 2g gestoßener Safran
17. 4 cl Pernot
„Sauce Roille“
Eine Bouillabaisse ist eine Bouillabaisse weil sie so wahnsinnig
geil schmeckt. Das werdet ihr sehen. Und das liegt woran? Richtig an der
„Sauce Rouille“ oder „Soß Rui“ wie wir zu
sagen pflegen. Und das sind die Zutaten:
1. 2 rote Chilischoten
2. 2 Knoblauchzehen
3. 1 Eigelb
4. 2oo ml Öl (kein Oliven- wir hatten bspw. Distel)
5. 30g entrindetes Weissbrot, das zuvor in der Bouillabaisse eingeweicht
werden soll-geht aber auch ohne. Wir hams nämlich vergessen.
6. 1 TL Tomatenmark
7. 6 EL Bouillabaissebrühe
8. Salz
So das sind sie die Inkredenzien unseres kulinarischen Zaubermahles.
So dann haben wir losgelegt. Wie immer bestens ausgestattet,
weil jeder sein Zeug wieder mal daheim gelassen hat-davon später.
1. Fische in große möglichst gleichmäßige
Teile schneiden.
2. Gemüse putzen und klein schneiden. (Lauch-Ringe; Zwiebeln fein
hacken, Tomaten entkernen! Klein würfeln, Knoblauch in Stifte und
Fenchel in dünne Scheiben, Kräuter zupfen)
3. Das Ganze (auch die Meeresfrüchte) in eine Kasserolle (großer
Topf) geben und mit Olivenöl (nicht sparen), Salz, Pfeffer und etwas
Safran ca. 1g schön vermengen.
4. Nun kommt die große Wartezeit. Denn das Ganze muss in etwa 2
h, wenn man mehr Zeit hat natürlich auch 4 oder 5 eingelegt und abgedeckt
am Besten im Kühlschrank rumstehen.
Diese Zeit nutzen wir für die Grundsuppe und die Soss Rui
Als Erstes nimmt man die Fischreste und haut sie zum Kochen in einem Topf.
Mit ca. 1l Wasser.
Erst ca. 20-30min köcheln, dann kann man sie noch ca. 15 min ziehen
oder leicht köcheln lassen.
Hinzu kommt auch das Suppengrün und auch noch der Fischfond und eine
Flasche Weisswein. Haben wir nach ca. 10 min rein. Das schmeckt wenn sie
fertig ist bisschen eindimensional und rass aber das wird - keine Sorge.
Danach abseien und die Fischsuppe aufheben!!!!. ACHTUNG: ES sind keine
Spaghetti!!! Es geht um die Suppe nicht die Fische!!!! Stellt etwas zum
Auffangen drunter!!!. Das ist mir nämlich schon mal passiert, dass
ich was eingelegt habe und dann den ganzen schönen Sud weggeschüttet
!!!! Die Suppe aufheben.
Was noch fehlt ist die „Soss Rui“:
1. Chillischoten entkernen und fein hacken.
2. Knoblauchzehen fein hacken.
3. Zusammen im Mörser vermengen. Den hatten wir nicht. Man kann aber
auch beides hervorragend durch eine Knoblauchpresse drücken.
4. Eigelb zugeben
5. Wie bei Mayo das Öl erst tropfenweise, dann in einem dünnen
Strahl einlaufen lassen. Dabei immer kräftig mit dem Schneebesen
schlagen. Den hatten wir auch nicht. Aber man kann aus 2 Gabeln einen
Schneebesen improvisieren und so hatten zwar der Meier und der Luki abwechselnd
Krämpfe in den Unterarmen aber geklappt hat es super.
6. Das engeweichte Weissbrot in die Mayo einarbeiten.
7. Das Tomatenmark unterrühren
8. Mit 6 EL der Grundsuppe dickflüssig rühren
9. Mein Tipp: Ruhig mehr machen. Zwar kommt das ganze in die Suppe rein.
Aber es schmeckt so geil, dass sicher keiner was dagegen hat ein kleines
Schlagerl auf einem Brot vorher zu probieren. Ein Gaumenkitzler sozusagen.
Ein
Da man ja, zumindest wenn 5 so Wahnsinnsköche wie wir
am Start sind, immer noch 1,5 h Zeit hat bis die Action losgeht kann man
zwischenrein z.B. gut leckere Bruschette machen oder lässig französisch
einen bis 7 Aperitif genießen.
Das Rezept von dem Folgenden hat der Nobsi von einem Segeltörn
an der franz. Riviera mitgebracht. Das ganze heißt Mauresque und
besteht aus dem ohnehin schon gekauften Pernot und bisschen Mandellikör
nach Geschmack. Schmeckt sicher überwältigend auf einem Segelboot
in einem französischen Hafen schaukelnd, hat aber auch im vorsommerlichen
– „Wo ist eigentlich der Sommer?“ - München was.
So und dann kommt die heisse Phase.
1. Aus dem Topf mit den Fischen die Krustentiere und die Jakobsmuscheln
rausnehmen.
2. Die Fische ebenfalls.
3. Das Gemüse mit der Grundsuppe aufkochen und ca. 7-8 min köcheln
lassen.
4. Dann die Fische rein. Und das Ganze schön langsam garen lassen.
Ca 10-15 min. Bis die Fische halt fertig sind.
5. In der Zwischenzeit die Krustentiere und die Jakobsmuscheln mit Olivenöl
in der Pfanne schön scharf anbraten. Ruhig ein bisschen drinlassen.
Sollen eigentlich fertig sein.
6. Zum Schluss die Krustentiere in die Suppe, Abschmecken und das ganze
noch ca 5 Min ziehen lassen.
7. zum Abschmecken verwenden: 4cl Pernot, Salz ,Pfeffer, Ca 5 EL Tomatenmark
kurz in der Pfanne anschwitzen und dazugeben.
8. Servieren
Dazu richtig gutes Baguette oder andere Brotspezialitäten
reichen. Die Sauce Rouille kommt dann beim Essen in die Suppe und das
gibt dem Ganzen ein Volumen und einen Geschmack, der einen seinen Namen
vergessen lässt. Wahnsinn!
Fazit: Man braucht nicht lange rumzureden. Ein absoluter
Klassiker!
Sedlmeir`scher Gschaftlfaktor: 10 von 10 Punkten. Gerade
für Kochgruppen, die gemeinsam Kochen, bei denen also der gesellschaftliche
Anlass mit im Mittelpunkt steht ein hervorragend geeignetes Gericht. Nicht
zuletzt wegen der langen Pause in der Mitte.
Kosten: Mit Wein usw. ca. 25 € p.P wie eigentlich immer.
Vive la France!
Nitschko
|