| Schweinsbraten
mit- Kartoffelknödel und Sauerkraut
the king of the Klassiker!
...Link zu den wohl besten Schweinebraten, die es in München und
Umgebung für Geld zu kaufen gibt...
Wir hatten uns nun schon
ca. fünf mal getroffen um unseren geliebten Monaco Franze seine amourösen
Abenteuer durchleben zu sehen, aber nachdem das “Spatzl wieder zurück
war von den Malediven” und ihren Franz in München vor dem Leben
ohne sie und den absolut sicheren Absturz als Bankräuber gerettet
hatte, da war es unweigerlich aus mit den Serien- unser Kochen war zu
Ende.
Aber schnell kamen wir überein, dass wir eben etwas komplizierter
Kochen müßten, abendfüllend sozusagen, sodass wir denn
Franze, den es jetzt übrigens beim Br-Online-Shop als DVD zu kaufen
gibt nicht mehr brauchten um den Abend rumzukriegen-wir waren erwachsen
geworden- bezogen auf die Kochmentalität jedenfalls. Weil:
"Ein ernsthafter älterer Herr? Na wirkle net!!!"
So trauten wir uns stante pede an die Königsklasse, an den Olymp
eines jeden bayerischen Kochs, an das am meisten geliebte bayerische Gericht
wohl überhaupt. An eine Kreation, die an Ausgewogenheit und trotz
der Grundschwere ihrer Zutaten tänzelnden Leichtigkeit schwer zu
übertreffen sein dürfte.
Den Schweinsbraten:
Jeder hat schon einmal einen Schweinebraten gegessen. Unter blühenden
Kastanien im Frühling, wenn die Luft zwar bereits warm ist in ihrer
milden Bewegung aber noch den Schnee riechen läßt über
den sie hinwegglitt auf dem Weg zu diesem Biergarten. Jeder hat sich schon
auf das Knacken der Kruste im Mund gefreut. Das gefühl das Messer
am Knödel anzulegen undzuerst der gummrigen Konsistenz sei Dank nur
die Außenhaut einzudrücken bevor er sein innerstes preisgibt,
die Semmelwürfel. Die Soße, die sich auf Fleisch und Knödel
legt und es paßt einfach alles.
Jeder hat aber auch das unvermeidliche Mißverhältnis von Kruste
zu Fleisch bemängelt, die Packerlsoßen ertragen, die Kruste,
die in schlechten Öfen fabriziert wird und in Ihrer Konsistenz eher
einer mittelalterlichen Lederrüstung gleicht trotzdem gegessen. Mit
Angst zwar vor dem endgültigen Aus für etwaige Prothesen aber
dennoch der Platonischen Idee verpflichtet, das ja hinter jedem noch so
schlechten Schweinsbraten immerhin noch die alles überstrahlende
Idee eines Schweinsbratens stecke. Man schlägt sich mit zu weichen,
vor allem zu kleinen Knödeln rum (kindskopfgroß gehörn
die). Der Krautsalat ist Kraut mit Essig usw. usw. Manchmal ist der Schweinebraten
nicht frisch und das geht gar nicht...
Nun wir wagten uns mit der freundlichen Unterstützung vom Nobsi seim
Vater der is nämlich Koch, meiner Oma Hertha, die is nämlich
Schweinsbraten-Königin an unsere Herausforderung.
Hier
gibts die wohl besten "kommerziellen" Schweinsbraten ?
Tipps und Adressen bitte schreiben
Tag 1
So am Tag vorm Tag der Wahrheit
muss man den Schweinsbraten kaufen unbedingt in einer guten Metzgerei
. Oft wird nur Schulter genommen. Aber am Besten ist Schulter und Wammerl
gemischt. Wammerl ist noch bisschen fetter-besser für Soße
und Geschmack. Auserdem gibt’s mehr Kruste.
Absolute Geheimtricks meiner
Oma Hertha sind eine Mischung aus Schulter, Wammerl und Rollbraten und
wenn sie`s richtig krachen lässt kommen noch Flügel vom Hähnchen
rein, aber das ist dann die ganz hohe Schule. Die Schwarte einschneiden
lassen und bisschen was erzählen und hilflos schauen dann kriegt
man die Knochen geschenkt.
Die Menge müsst ihr
euch selber überlegen - einfach den Metzger fragen, der kennt sich
da schon aus. : wir hatten beim ersten Mal 3,2 Kilo für vier Personen-übrig
war nix, aber allen so schlecht, dass vom guten Augustiner was übrig
geblieben ist- eine echte kleine Sensation
So nun zum Rezept:
1. Soße
Gemüsebrühe
Wurzelgemüse
Spareribs
Knochen
-einfach beim Metzger fragen
Salz, Pfeffer
Speiseöl
Das Gemüse wirklich scharf anbraten. D.h. heiß und bißchen
anbrennen lassen - braun natürlich, nicht schwarz. Das gibt den Geschmack.
Raus aus der Pfanne und dasselbe mit Knochen und Spareribs.
Das ganze in einen groß
genügenden Topf, mit Brühe aufgießen und dann Schön
Kochen lassen. Immer bissi abschmecken nicht vergessen, wer Lust hat bisschen
Bier rein. Nach angemessener Zeit, mind 2 Stunden, oder wenn man halt
keinen Bock mehr hat ´die Spareribs raustun und aufessen. Schmecken
fantastisch, drum trifft man sich für die Gaudi schon am Abend vorher,
am besten nicht mit allen, sonst reichts nicht. (Unbedingt nötig
ist die ganze Vorabendgaudi nämlich nicht, aber wir machen ja eine
Mörderhammer Sau)
DerTag der Wahrheit
1.Ofen vorheizen ca. 180-200Grad
2. Fleisch mit Salz und Pfeffer
einreiben
4. Den Schweinsbraten auch
anbraten, damit sich die Poren schließen.
2.Zwiebel, (Kümmel),
Knoblauch ca.5-7 Zehen ganz (geschält), Viel Zwiebeln in Scheiben,
bisscen von der Schale oder ganze Schalotten und später das unvermeidliche
Stückchen Butter.
3. Mit bisschen Öl in
die Reine.
5 den Schweinsbraten ca 1-1½
h umgedreht, d.h. Schwarte der Schulter nach unten in den Ofen -mit Bier,
aber eher zum Schluß und nicht zuviel, weil dann die Sosse bitter
wird (bestenfalls Augustiner) übergiessen (ich glaub man kann auch
Wasser oder Brühe nehmen.)
6. den Schweinsbraten drehen.
Darauf achten dass er oben möglichst auf gleicher Höhe ist-so
ungefähr.
Jetzt kommt die heiße
Phase in der jeder mindestes alle 3 Minuten ins Rohr schauen muss um zu
sehen wie die Kruste wird.
Bei unserem ersten Schweinsbraten
hatte ich direkt bisschen Angst. Weil ich hab in den Ofen geschaut auf
die Kruste, dreh mich um und die anderen drei standen ca. 70 cm hinter
mir, hatten zufälliger weise alle Jeans und weiße T-shirts
an und ham so grantig geschaut, dass ich mich nur noch durch ein überzeugtes
:”boah, wird des eine Kruste”!!!! glaubte retten zu können.
So, jedenfalls kann man jetzt schon bisschen Gas geben. Das beste ist
natürlich wenn man eine Grill hat oder zumindest Oberhitze. Dann
muss man einfach schauen. Wenn die Kruste an bestimmten Teilen will und
an anderen nicht, dann empfiehlt es sich über das fertige Krustenstück
etwas Alufolie zu legen. En millimetergenauer Höllenjob-australischen
Firefightern vergleichbar.
Wenn gar nix geht und die Kruste einfach nicht hart werden will, dann
kann man versuchen das ganze mit Salzwasser einzupinseln, damit Feuchtigkeit
entzogen wird aber nur im Notfall. Übrigens auch bei Nicht knusprig
werden wollenden Entenhäuten oder so ganz ok.
Man muss am Anfang halt bisschen rumprobieren, das ganze hängt ja
auch von den verwendeten Fleischsorten und der Dicke des Stücks usw.
ab.
Aus dem Schweinsbraten selbst ergibt sich ja auch eine ganz passable Soße-sicher
zumindest, wenn Wammerl dabei ist. Man kann auch nur diese nehmen, dann
vorher bisschen Butter rein, damit sie bräuner wird.
Wenn man also das Gefühl hat der Schweinsbraten ist jetzt genauso
wie man es nur in seinen kühnsten Träumen zu wagen gehofft hat
nimmt man ihn raus. Seit die Soße in einen Topf ab, schmeißt
den rest weg (oder hebt ihn auf weil gar nicht schlecht). Der Schweinsbraten
sollte wieder ins Rohr, Runterdrehen.
Jetzt mischt man die Tags
zuvor gezauberte Soße mit der neuen. Man kann auch nur die Neue
nehmen und sich das anderen Brimborium sparen, alle beide, wie auch immer...
Das ganze bißchen abschmecken,
wozu wir jedenfalls sogar bisschen was von so einer Packerl-Soß
genommen haben.
Wenn man mischt usw. dann hat man vielleicht keine klassische Soße
wie die von meiner Oma, aber erstens find ich dass es unverschämt
gut schmeckt und man muss nicht knausern und hat endlich mal genug Soße
um die Knödel darin zu baden.
Oma: wenn man so etwas urwüchsiges kocht, dann muss man scho gescheit
Kocha.
Das Geheimnis des besten
Sauerkrauts (nach Oma Hertha):
Unbedingt muss man das gute Mildessa Sauerkraut nehmen. Das Kommt aus
der Dose in den Topf. Die Dose mit heissem Wasser füllen. Brühe
rein, das ganze auflösen und dann aufs Kraut. Es sollte abgedeckt
sein. Dann kochen lassen und zwar so lang bis mans an sich gut findet,
also ca 20 Min. evtl Brühe nachgeben. Dann kommt der Clou. Man nimmt
eine Kartoffel, reibt die zu Brei und mengt die unter das Kraut. Nochmal
aufkochen und fertig. Je mehr von der Kartoffel, desto sämiger wird
das Kraut. Man kann natürlich Kümmel reintun zur Vermeidung
irgendwelcher unerwünschter Darmtätigkeiten.
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